24h-Rennen Bericht - Motorsport Sing

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Unser Bericht zum
24h-Rennen 17.-20.05.2013



Pechsträhne hält weiter an,
nach toller Leistung wieder durch einen Unfall ausgeschieden,
wann kehrt das Glück zurück?



 

Nach zwei Jahren Abstinenz beim 24 Stunden-Marathon in der Eifel, schnürte man bei Motorsport Sing für das Jahr 2013 ein interessantes Paket für den Klassiker schlechthin auf der Nürburgring Nordschleife. Man startete in Kooperation mit der AMG-Driving-Academy und dem Sportsender Sport1 mit dem Fahrerquartett Bertin Sing, Sven Hannawald, Cyndie Allemann und Thorsten Drewes.
Die letzteren drei sind vielen Motorsportfans auch bekannt aus der TV-Dokumentation Ziel: Grüne Hölle. Hierbei ging es darum innerhalb eines Jahres mit Hilfe der AMG-Academy, drei willkürlich ausgesuchte Profi-, Amateur und Hobbyrennfahrer zu trainieren und in einem SLS GT3 Rennwagen am 24 Stunden Klassiker teilnehmen zu lassen. Das sah dann auch bis Ende letzten Jahres alles andere als schlecht aus und bei dem Projekt war man vollends im Fahrplan.
Doch als Anfang 2013 aufgrund der winterlichen Bedingungen gleich zwei Termine der VLN ausfielen und die AMG-Truppe wertvolle Trainingszeit einbüßte, musste Ende März ein Cut durchgeführt werden und man entschied sich bei AMG zu einem Rückschritt. Aufgrund den Gefahren auf dieser anspruchsvollen Rennstrecke für die drei Fahrer selbst und auch die anderen Teilnehmer entschied man sich, auf ein Leistungsschwächeres Fahrzeug zurückzugreifen und so fragte man bei Motorsport Sing an ob man sich eine Zusammenarbeit miteinander vorstellen könnte.
Somit war bei Motorsport Sing ein neues Kapitel für die Historie des Rennstalls geboren.

Mit akribischer und gewohnt zuverlässiger Arbeit bereitete der Heidenheimer Rennstall das Gefährt für das 24 Stunden Rennen vor und stellte den vier Piloten ein perfekt vorbereitetes und abgestimmtes Fahrzeug zur Verfügung. Nach den drei Trainingssitzungen  von Donnerstag bis Samstag begnügte man sich beim Team Sing mit dem 124. Startplatz den Juniorchef Bertin Sing mit der an diesem Wochenende schnellsten Runde des SLK´s absolvierte. In diesem Jahr musste man sich dann erst noch auf die ungewohnte Startzeit einstellen, denn das Rennen fand von Pfingstsonntag auf Pfingsmontag statt und startete erst um 17Uhr.

Als dann die Startampel am späten Sonntag endlich auf grün schaltete begann Bertin Sing noch im trockenen mit einem sehr starken Stint und steuerte den Renn-SLK knapp dreißig Positionen nach vorne auf einen zu diesem Zeitpunkt glänzenden 94. Gesamtplatz.
So ging es dann langsam aber sicher in die Abenddämmerung, zuerst übernahm Sven Hannawald das Steuer zum zweiten Stint und übergab dann wiederum nach acht Runden an Cyndie Allemann.
Sie hatte dann auch während ihres Turns ordentlich zu kämpfen, denn zur Mitte ihres Stints kam der längst vorhergesagte Regenschauer. Über eine halbe Runde kämpfte sie sich auf Slicks um die halbe Strecke um dann das Fahrzeug an Thorsten Drewes zu übergeben. Dieser war nun beileibe nicht zu beneiden, denn zu der immer schlechter werdenden Sicht aufgrund der Gischt der vorausfahrenden Fahrzeuge kam nun auch noch zu allem Übel immer stärker werdender Nebel hinzu.
Wie bei einer Punktlandung unterbrach dann die Rennleitung die Eifeler Wasserspiele genau zu dem Zeitpunkt als Thorsten planmäßig an die Box kam, so übernächtigte man dann auf einem hervorragenden 77.Gesamtrang und einem 5.Platz in der Klasse von 13 gestarteten Fahrzeugen.

Der Restart wurde dann auf acht Uhr morgens verlegt und bei der Boxenmannschaft kam man zur Abwechslung einmal zu dem Genuss, bei einem Rennen rund um die Uhr ein paar Stunden zu schlafen. Voller Tatendrang und angespornt durch das geniale Zwischenergebnis war dann auch die Sing-Mannschaft eine der ersten die am nächsten Morgen zum Restart in die Startaufstellung fuhr. Turnusmäßig übernahm dies dann wieder Bertin Sing der sich durch den anhaltenden Regen nicht beirren ließ und einen erneut glänzenden Auftritt hinlegte. Nach acht sicheren, bei schwierigsten Bedingungen aber trotzdem sehr schnellen Runden, zum Teil dreißig Sekunden pro Runde schneller als die Verfolger, übergab dieser wiederum an Sven Hannawald der seinem Vorgänger gleiches tun wollte und mit der Devise startete das Auto sicher zurück zu bringen. Nun begann die Leidenszeit von Motorport Sing und auch von Sven Hannawald.
Mittlerweile auf den 71.Gesamtrang nach vorne „gespült"  und starker vierter in der Klasse V6, bereitete sich die Sing-Crew zum erneuten Boxenstop vor, Sven hatte noch ca zwei Minuten auf der Uhr zurückzulegen, als der Traum von einem Topergebniss beim bedeutungsvollsten Langstreckenrennen der Welt wie eine Seifenblase zerplatzte.

Was die Boxencrew jetzt über Funk gesagt bekam traf die Sing-Mannschaft wie einen Hammer, Sven ist böse abgeflogen, Auto Kernschrott, Sven geht’s soweit gut. Durch einen Fahrfehler kurz vor Ende seines Turns verlor Hannawald im Bereich Anfahrt Schwalbenschwanz den SLK und schlug schwer in die Streckenbegrenzung ein. An eine weiterfahrt war nicht zu denken. Frustriert und enttäuscht zog man sich in den Team-LKW zurück um die ganzen Geschehnisse erst einmal zu verarbeiten.

Jetzt wird der SLK erst einmal behutsam wieder aufgebaut und genauestens inspiziert um eventuelle Folgeschäden aufgrund des schweren Unfalls auszuschließen. Ob das Rennfahrzeug  bis zum nächsten VLN-Lauf am 22.06. wieder aufgebaut werden kann ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen, soviel kann aber vorhergesagt werden, allerspätestens zum übernächsten Lauf wird der SLK wieder am Start sein und für seine Fans seine Runden drehen.

 
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